
Aktivkohle – ein Hausmittel gegen stinkende Gase
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06/01/2024Leider: nein. Jeder Mensch hat immer eine gewisse Menge Gas in seinem Verdauungstrakt (obwohl nicht jeder unter Blähungen leidet).
Jeder Mensch gibt Gas, das ist also vollkommen normal (ja, auch Frauen und Prinzessinnen pupsen). Jeden von uns gibt durchschnittlich etwa 20 Winde pro Tag. Von Blähungen kann man aber sprechen, wenn man besonders viel Darmgas im Bauch verspürt oder besitzt darüber keine Kontrolle. Bei zusätzlicher Gasbildung können die Darmgase manchmal auf 30 – 40 Winde pro Tag steigen!

Das Gas im Darm besteht fast ausschließlich aus Stickstoff, Sauerstoff, Kohlendioxid, Wasserstoff und Methan. Dies sind alles geruchlose Gase. Wenn die stinkenden Darmgase vortreten, liegt das an einer geringen Menge der Gase, die doch ein Geruch haben. Dabei handelt es sich meistens um Schwefelverbindungen (sie stinken wie faule Eier), die beim Abbau bestimmter Proteine freigesetzt werden. Die Zusammensetzung und der Geruch des Darmgases hängen unter anderem mit der Ernährung und Ihrem Mikrobiom, den vielen Bakterien, die in Ihrem Darm leben, zusammen.
Gründe, warum Darmgas in das Verdauungssystem kommt:
- Gasbildung durch Mikrobiom
- In deinem Darm leben Milliarden von Bakterien, die zusammen mit Viren, Hefen und Pilzen Ihr Mikrobiom bilden. Unverdaute Nahrungsreste, wie zum Beispiel Ballaststoffe, gelangen in den Dickdarm. Diese unverdauten Speisereste werden von den Bakterien zersetzt und dabei entstehen Gase. Der größte Teil der Gasbildung wird durch den Abbau von Bakterien verursacht.
- Luft schlucken
- Beim Essen, Trinken und Sprechen gelangt auch eine kleine Menge Luft hinein. Das meiste davon rülpst du, aber ein Teil der Gase geht runter, in den Darm.
- Kreislauf
- Ein sehr kleiner Teil des Gases stammt aus dem Blutkreislauf. Gas wird aus dem Blut an den Darm abgegeben und wird auch vom Darm an das Blut abgegeben.

Wie erkenne ich, dass es sich um Blähungen handelt?
Die Bildung zusätzlicher Gase ist normalerweise harmlos, kann aber sehr ärgerlich sein. Vor allem, wenn du kaum eine Kontrolle über das Furzen hast. Dein Bauch ist aufgebläht und ragt stark hervor. Es kann sich hart einfühlen und Schmerzen verursachen. Stoppt man den Wind, verschlimmern sich die Beschwerden. Die Leute schämen sich oft dafür.
Blähungen an sich sind nicht gefährlich und ein Arztbesuch ist in der Regel nicht notwendig. Leidest du außerdem unter weiteren Beschwerden wie Durchfall mit Schleim und/oder Blut im Stuhl, einem veränderten Stuhlgang, anhaltenden Bauchschmerzen oder Gewichtsverlust? Dann ist ein Besuch bei Ihrem Arzt notwendig.
Ist es schlecht, das Darmgas zu halten?
Nicht direkt. Es verursacht keine ernsthaften gesundheitlichen Probleme – zumindest nicht sofort. Hier und jetzt kann das Anhalten des Windes zu Beschwerden wie Knurren im Bauch, Blähungen und Bauchkrämpfen führen, weil wann hältst du Gas zurück, sammelt es sich im Darm, wodurch sich dort ein Druck aufbaut.
Anders sieht es aus, wenn man lange und regelmäßig Gas drinnen hält. Notorisches Zurückhalten von Darmgas die Entwicklung einer Erkrankung namens Divertikulitis verursachen kann. Das ist eine Entzündung, die sich in den Wänden des Darms bildet. Divertikulitis ist schmerzhaft und kann potenziell gefährlich sein, weil in 25 % der Fälle zu Komplikationen kommt, wie Durchfall und rektalen Blutungen, und tut einfach weh.
Andere Sache: Menschen, die häufig Darmgas zurückhalten, leiden öfter unter Sodbrennen, Verdauungsstörungen und Hämorrhoiden.
Eine gute Nachricht ist, dass du brauchst das Darmgas unter der ewigen Kontrolle nicht zu halten. Du wirst immer furzen, denn das ist eine unverzichtbare Eigenschaft des Verdauungssystems. Um jedoch soziale Komplikationen zu vermeiden, du kannst einfach geruchsneutralisierende (anti-Pups) Unterwäsche tragen. Diese Unterwäsche filtert das Darmgas und die Fürze, die durch diese Unterwäsche hindurchgehen, haben einfach kein Geruch. Damit ist das Stinkproblem gelöscht.


Ursachen für Blähungen
Blähungen können verschiedene Ursachen haben.
- Der Verzehr bestimmter Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Zwiebeln, Kohl, Obst und Diätprodukte kann zu Blähungen führen. Einige Kohlenhydrate unter anderem aus Hülsenfrüchten, Gemüse und Obst werden nicht vollständig verdaut und landen unverändert im Dickdarm. Sie werden im Dickdarm von Bakterien abgebaut. Dabei wird Gas freigesetzt. Auch Fruktose in Obst und Fruchtsäften sowie Sorbit (Süßstoff in Diätprodukten wie Kaugummis und Erfrischungsgetränken) werden schlechter verdaut und aufgenommen.
- Wenn du plötzlich anfängst, mehr Ballaststoffe zu sich zu nehmen, kann dies anfangs auch zu einer stärkeren Gasbildung führen. Denn bestimmte Ballaststoffe werden nicht verdaut und gelangen in den Dickdarm. Du kannst dem vorbeugen, indem du deine Ballaststoffzufuhr schrittweise erhöhst. Denn Ballaststoffe sind für deine Verdauung und dein Mikrobiom sehr wichtig.
- Auch zu viel Luft schlucken ist eine mögliche Ursache. Du kannst zu viel Luft schlucken bei Anspannung und Stress, beim rauchen, durch einen Strohhalm trinken und Kaugummi kauen. Auch wer schnell spricht oder schnell isst oder trinkt, schluckt unbemerkt Luft. Du wirst den größten Teil der verschluckten Luft aus rülpsen. Die restliche verschluckte Luft wird über den Dünndarm aufgenommen und gelangt zu einem kleinen Teil in den Dickdarm. Dadurch entsteht Wind.
- Die Einnahme bestimmter Medikamente mit abführender Wirkung kann zu Blähungen führen. Auch Kleie, Ballaststoffpräparate und Laktose können zu starker Gasbildung führen.
- Die möglichen Ursachen sind auch Verstopfung, Reizdarmsyndrom (IBS), Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Glutenunverträglichkeit oder Laktoseintoleranz. Bei Menschen, die Laktose nicht vertragen, wird der Milchzucker (Laktose) aus der Milch nicht abgebaut und im Dünndarm aufgenommen. Milchzucker gelangt unverändert in den Dickdarm, wo er fermentiert wird, was zu zusätzlicher Gasbildung führen.

Beschwerden und Symptome von Blähungen
Zusätzliche Blähungen sind meist nicht die einzige Beschwerde. Menschen beschweren sich auch häufig darüber:
- Magenschmerzen
- Rumpeln im Bauch
- ein aufgeblähtes Gefühl
- Darmkrämpfe
- Stauungsgefühl (Unfähigkeit, Darmgas abzulassen)
Fasern und Darmgas
Ballaststoffe sind Nährstoffe, die unverdaut im Dickdarm ankommen. Sie werden also von den Bakterien im Dickdarm abgebaut, wo sich dein Mikrobiom befindet. Bei diesem Vorgang wird Gas freigesetzt. Wenn fängst du plötzlich an, mehr Ballaststoffe zu sich zu nehmen, muss sich dein Darm erst daran gewöhnen. Besonders am Anfang du kannst zusätzliche Gase produzieren und du kannst stärkere Blähungen verspüren. Aber denke nicht, dass das bedeutet, dass du Ballaststoffe meiden solltest. Ballaststoffe sind bedeutungsvoll für deine Verdauung und dein Mikrobiom. Durch den Verzehr vieler Ballaststoffarten schonst du dein Mikrobiom (und damit auch deine fröhliche Stimmung, starke Körperimmunität und auch gutes Hautgesundheit). In Kombination mit ausreichend Flüssigkeit und Bewegung tragen sie zu einer gesunden Verdauung bei.
Diagnose von Blähungen
Wenn du häufig unter Blähungen leidest, ist es ratsam, deinen Arzt aufzusuchen. Um die Ursache der Beschwerden herauszufinden, werden dir Fragen zu den Beschwerden und zu deiner Ernährung gestellt. Manchmal ist eine körperliche Untersuchung deines Bauches oder eine innere Untersuchung des Anus und des Mastdarms (rektale Untersuchung) erforderlich.
Sind die Blähungen Folge einer anderen Erkrankung, muss die Grunderkrankung behandelt werden. In diesem Fall ist es essenziell, die ärztliche Ratschläge zu befolgen.
Manchmal ist nicht klar, was die zusätzliche Gasbildung verursacht. Eine Anpassung des Lebensstils und der Ernährung kann dann helfen, die Beschwerden zu lindern. Der Arzt kann dich zur Ernährungsberatung an einen Ernährungsberater verweisen.
Was kann ich mit dem Darmgas machen?
Tipps und Ratschläge
Diese Tipps können helfen, Blähungen vorzubeugen und zu reduzieren
- Du sollst dich gesund und regelmäßig ernähren.
- Es ist ratsam, das ballaststoffreiche Lebensmittel zu wählen
- Ballaststoffreiche Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Gemüse und Obst oder Kartoffeln, Nüsse und Samen. Aber Vorsicht: Wechsle von Weißbrot und weißem Reis auf nur braunen Reis und Vollkornprodukte nicht auf einmal! Dann kann die Menge an „Gas in Ihrem Darm“ vorübergehend ansteigen. Der Rat ist also, langsam aufzubauen. So hat dein Darm Zeit, sich daran zu gewöhnen.
- Vermeide Produkte, die eine zusätzliche Gasbildung verursachen
- Dabei handelt es sich um Produkte wie kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke und Bier. Auch Diätprodukte mit Süßungsmitteln wie Sorbit, Xylit und Maltit können zu Blähungen führen. Aber auch Kräuter und Gewürze.
- Reduziere (falls erforderlich) die Menge an Hülsenfrüchten, Kohl, Zwiebeln und Lauch, die du isst. Versuche, sie gelegentlich zu essen. Und gewöhne deinen Darm langsam an diese Produkte.
- Esse langsam und kaue gut
- Plane ausreichend Zeit für deine Mahlzeit ein. Wer schnell isst, schluckt eher Luft. Es ist ach besser beim Essen nicht zu viel reden.
- Aufhöre mit rauchen
- Es besteht die Möglichkeit, das verschluckst du die Luft beim Rauchen. Das Rauchen ist auch sehr ungesund für dein Mikrobiom.
- Verstopfung
- Versuche der Verstopfung durch eine gesunde, abwechslungsreiche und ballaststoffreiche Ernährung vorzubeugen. Bei Verstopfung ist eine ballaststoffreiche Ernährung essenziell, allerdings kann die Zufuhr zusätzlicher Ballaststoffe auch vorübergehend die Blähungen verstärken. Daher ist es wichtig, die Anzahl der Fasern schrittweise zu erhöhen. Trinke mindestens 2 Liter pro Tag, dadurch erhält der Stuhl die richtige Konsistenz und der Darm kann ihn leichter nach außen transportieren.
- Vermeide Stress und bewege sich ausreichend
Leidest du weiterhin unter Blähungen, einem unordentlichen Darm oder anderen Darmproblemen? Kontaktiere deinen Arzt.




